Dar Bau des Servicehafens am Bosporus schreitet zügig voran.
Ohne Häfen und Containerterminals würde die Weltwirschaft heute nicht funktionieren. Maritime Infrastruktur bildet die Grundlage für die Schifffahrt und den Welthandel. Mit dem heutigen Newsletter schauen wir uns an wie ein Servicehafen gebaut wird. Die Größe der Baukörper und die Baustoffmengen, die beim Bau eines Großhafens wie den Bau des Service- und Reparaturhafens in Tuzla verbaut werden, sind kaum vorstellbar. Erst mit dem Beginn der Aufbauten ist ein Hafen zu erkennen, da sich ein Großteil der Bauteile unter Wasser befinden. Anhand der obigen Bilder kann man sich einen Eindruck vom Bauablauf und dem Bauvorschritt des Hafens Bosporus Shipyard A.Þ. verschaffen. Infrastrukturvorhaben, wie ein Service- und Reparaturhafen, durchlaufen von der Planung, über die Genehmigung bis hin zur Realisierung einen langwiedrigen Prozess.
Die Planungsphase eines solchen Projektes wird von Höhen und Tiefen begeleitet. Sie muss mit Geduld und Fingerspitzengefühl gemeistert werden. Das ist wichtig um alle möglichen Abläufe und Problembereiche eines 185 Mio. Euro Bauprojektes weitreichend zu berücksichtigen. Der Ausbau des Werftenzentrums in Tuzla hatte seine ersten Planungen bereits im Jahr 1995. Die erste Ausschreibung für das Hafenprojekt erfolgte im Jahr 2006. Nach der endgültigen Genehmigung des Hafenprojekts und der Übereignung des Wassergrundstücks, befindet sich der Hafen seit 2007 im Bau. Somit hat das Hafenprojekt Bosporus Shipyard, insbesondere mit dem aktuellen Baustand bereits einen weiten Weg zurückgelegt.
Der Service- und Reparaturhafen bieten beste Voraussetzungen für eine sehr gute Auslastung. Der Hafen liegt genau am Eingang des Bosporus und direkt am Zentrum der Schifffahrtsindustrie der Türkei. In unmittelbarer Nähe befinden sich die Autobahn, ein Krankenhaus und der Flughafen Sabiha Gögce Istanbul.
Chronologie der Baufortschritte
Jahr Beschreibung
2006 Recherche und Identifizierung des Standortes und Beteiligung an der Ausschreibung der “T.C. Baþbakanlýk Denizcilik Müsteþarlýðý Müracat”, Notarkosten und Hinterlegung von Bürgschaften
2006 Entwicklung des Projektes mit allen notwendigen Architektur- und Ingenieurleistungen (inkl. Statik und Kalkulationen)
2006 Geologische Untersuchungen des Seegrundes, Entnahme von Bodenproben, Bohrungen, Umweltgutachten
2007 Einholung der Bau- und Betriebsgenehmigungen
2007 Planung des Servicehafens nach Umweltrichtlinien und behördlichen Vorgaben. Architekten- und Ingenieursleistungen inkl. Statik
2007 Dredging, Grundvertiefung und Seegrundebnung
2007 Erwerb der Seenutzungsrechte für 49 Jahre
2008 Baustelleneinrichtung auf See (Mit drei Schiffen Einschalung und Grundaufschüttung, Elektrizitätsanschluss, Wasseranschluss, Errichtung und Aufstellung von Verwaltungscontainern und des Bürobaus)
2008 Planung und Arbeiten für Kranfundamente, Hangar und Gebäude
2008 1. Bauabschnitt Einschalungen und Aufschüttung
2008 Bodenzwischenplatte, Betoneinschalungen und Ausführung
2009 Senkkastenbau (Caisson), Einschalungen und Aufschüttungen
2009 Bodenzwischenplatte, Betoneinschalungen und Ausführung
2009 Straßenbau (4.500 m3 Beton, 218 t Stahl)
2009 Uferbefestigung und Errichtung, Caissonbau, 15.000 t pro Block (40m x 16m x 18m)
2009 Technische Planung, Ingenieursplanung für Aufbauten und Werkstätte
2009 Messungen für Aufbauten, Ablaufplanung
2010 Senkkastenbau (Caisson), Einschalungen und Aufschüttungen im zweiten Abschnitt
2010 Bodenplatte, Betoneinschalungen und Ausführung
2010 Trockendock Revisionsplanung und Berechnungen
2010 Technische Ingenieursplanung, Detailplanung, physikalisch-mathematische Kalkulationen für sämtliche Pumpen, Kräne, Betriebsauslastung, Kapazitäten, Laufleistung und Instandhaltungen
Strömungsverhältnisse, der Tiefgang, Bodenbeschaffenheit und geologische Voraussetzungen sowie das Gewicht von Handelsschiffen sind nur einige Besonderheiten die beim Bau eines Service und Reparaturhafens beachten werden müssen. Bosporus Shipyard A.Þ. profitiert hier von der langjährigen Erfahrung der Projektgesellschaft DALSAN. Die DALSAN Group hat etwa 30 vergleichbare Großprojekte erfolgreich abgeschlossen. Zu nennen sind etwa Akport, der größte Containerhafen der Türkei oder das Tunnelprojekt Marmaris.
Diese Erfahrungen kommen dem Bau des Hafens nun zu nutze. Um den Anforderungen großer Handelsschiffe und den geografischen Rahmenbedingungen wie erdbebensicheres Bauen gerecht zu werden erfolgt der Bau des Hafens über eine Caissonbauweise. Dieses Bauverfahren wird zur Landgewinnung auf See eingesetzt. Die Bauweise mit dem sogenannten Baukasten-Fundament für Häfen wurde von DALSAN häufig bei früheren Projekten angewandt und ist eine seit den 1960er Jahren gängige Baupraxis etwa in Kanada und Japan.
Für diese aufwendigen Arbeiten nutzt DALSAN seine Wasserbaumaschinenflotte die zu den größten in Osteuropa gehört. Hier ein Kurzüberblick über die bisherigen Bauleistungen bei denen diese Baumaschinen zum Einsatz gekommen sind: Mit den Dredgingmaschinen, den sogenannten Schaufelbaggerschiffen, wurde zu Beginn der Bauarbeiten der Meeresboden entschlammt und geebnet. Im nächsten Arbeitsschritt legten Kranschiffe ein erstes Steinbett als Basis für das Fundament. Der Caissonroboter, ein Schwimmdock das auf den Bau von Caissons/Fundament- Baukästen ausgerichtet ist, errichtete in zwei Abschnitten 23 Meter hohe und 3000 Tonnen schwere Caissons.
Nach Fertigstellung der „Baukästen“ werden die einzelnen Kassetten mit großen und kleinen Steinen gefüllt und Zentimeter genau platziert. Während der Befüllung werden die Baukästen mit einem weiteren Kranschiff Zentimeter genau im Meeresboden versenkt. Taucher überwachen den Tauchgang des Kastens. Im Ergebnis ist aus einem Wassergrundstück entlang des Wellenbrechers des Werftenzentrums in Tuzla eine 350.000 qm große Insel – Grund und Boden – entstanden. Auf Grund dieser Bauweise können zukünftig selbst vollbeladene Schiffe mit einem Gewicht von 100.000 DWT im Trockendock betreut werden. Der Servicehafen kann alleine wegen ihrer physikalischen Eigenschaften über 90% aller Schiffstypen betreuen.
Auf der neu entstandenen Insel wird zukünftig das Schifffahrtsamt, ein Schleppdienst und der Servicehafen Bosporus Shipyard A.Þ. sitzen. Allein für die Parzelle des Hafens Bosporus Shipyard A.Þ. mit einer Größe von 119.500 qmsind etwa 3,5 Mio. t Stein, Beton und Stahl verbaut worden. Bei einem solchen Projekt lässt sich der Vergleich zu einem Eisberg ziehen. Etwa 80% der Arbeiten erfolgen unterhalb der Wasseroberfläche. Mit der Fertigstellung des Rohbaus ist somit bereits ein bedeutender Teil des Hafens fertiggestellt.
Bis zum 31.03.2010 haben diese Arbeiten etwa 92 Mio. Euro gekostet und wurde von der Projektgesellschaft mit Eigenkapital finanziert. Auch nach der Fertigstellung wird die Projektgesellschaft mit 49% Eigenkapital- Anteil am Gesamtprojekt beteiligt bleiben. Aktuell werden die Trockendocks gebaut und die Aufbauten der Hafenanlagen beginnen. Kräne, Hangar, Werkstätten und das Verwaltungsgebäude werden nun in den nächsten Monaten errichtet. Neben dem Bau des ersten Trockendocks schreiten auch der Bau der Hangar zügig voran. Erste Hangar sind bereits errichtet. Die Arbeiten am Fundament für den weiteren Hangar- und Werkstattgebäude sind ebenfalls in vollem Gange.
Auf dem Hafengelände werden zudem etwa 18 große Lastenkräne aufgestellt. Die beiden größten Kräne des Hafens haben eine Spannweite von 90 Metern und können Lasten von bis zu 300 t tragen. Mit dieser Kranausstattung hebt sich das Projekt ebenfalls deutlich von bisherigen Servicehäfen in der Region ab. Neben der geplanten Teilinbetriebnahme noch in diesem Jahr wird der Hafen Bosporus Shipyard A.Þ. bis Ende 2012 fertiggestellt sein und seinen Vollbetrieb aufnehmen.
Gern informieren wir sie laufend über die Bauentwicklung des Hafenprojektes am Bosporus, der meistbefahrenen Schifffahrtsstraße der Welt. Mit den technischen Voraussetzungen und seiner exponierten Lage bietet der Hafen Bosporus Shipyard A.Þ. überzeugende Alleinstellungsmerkmale. Die solide Eigenkapitalfinanzierung, der Baufortschritt und die erstmalige Möglichkeit von konstanten Schiffsbetriebskosten als privater Investor zu profitieren liefern überzeugende Argumente für das Co-Investment.